Dienstag, 4. Dezember 2007

Nachtrag 2: Interviews in Djibo

Im Norden sind die Leute ein wenig anders als in Ouaga. Noch etwas mehr im Rhythmus der Traditionen. Die Stadt ist klein, mehrstöckige Häuser gibt es nicht. Die Strassen haben mehr Löcher und Rinnen als etwas anderes und es hat auch sehr viel Sand. Fortbewegungsmittel Nummer 1 ist das Motorrad, nebst kleine Eselwagen.


Ausserhalb in den Dörfern, wie immer Kinder mit aufgeblasenen Bäuchen, schmutzig, etwas wie Taschentücher kennt man hier nicht. Die Leute sind aber sehr offen und gastfreundlich. Überall wird von irgendwo ein Stuhl oder Bank hergetragen, damit ich mich im Schatten setzen kann. Meistens bringt man etwas Wasser, ein Getränk, manchmal macht man Tee. Oft bekommt man auch Geschenke. Einmal einen Hahn (er stand 3 Tage im Garten herum, er war sehr lecker), einen Sack Erdnüsse, Wassermelone, einen Sack Bohnen, Guaven, Nelbi (die Früchte von Diospyros mespiliformis) oder Wüstendatteln (Balanites). Einmal serviert man uns mittags To mit einer Gemüsesosse. Der To wird hier aus petit miel gemacht, sieht etwa aus wie ein Brotteig aus Ruchmehl, schmeckt nach Getreide und ist leicht scharf gewürzt, ohne Salz. Die Sosse ist sehr schleimig, klebrig, grünlich, erinnert an irgendetwas ekliges wie Schneckenschleim. Das ganze lässt sich essen, ist sehr nahrhaft, aber es kostet ziemlich viel überwindung und nach ein paar Bissen habe ich genug. Am nächsten Tag bringt man mir eine Schüssel mit frischer Milch, noch (und nicht wieder) warm.



Mein Übersetzer und Diallo in einem "Speicher", im Hintergrund Heu, das auch wirklich so riecht, da es im Schatten gelagert wird und die Sonne nicht alle Nährstoffe zerstört. Die Löcher in der Wand dienen zur Belüftung, im Innern ist es angenehm kühl.

Interview einer Frau die auf dem Markt in Djibo Medizin verkauft. Die Frauen sind hier sehr viel beschäftigt und arbeiten sehr hart. Sie haben meistens nur wenig Zeit und rennen nach dem Interview gleich wieder los. Hausarbeit ist Frauensache, ebenso wie das Stampfen von Hirse und allem anderen, meistens arbeiten sie auch auf dem Feld und solange die Kinder nicht selbständig ihr Geschäft verrichten können kümmern sich die Männer nicht um sie. Sie können meistens kein Land besitzen, aber mieten und bewirtschaften. Da hier fast alle Muslime sind müssen sie auch für alles bei ihrem Mann um Erlaubnis bitten.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

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Stefi hat gesagt…

Hi Sandro
This Blog is not "active" at the moment (no new posts) as I am not travelling a lot (due to family and lack of money).