Freitag, 28. Dezember 2007

Weihnachten

Leider habe ich von Wiehnachten hier nicht viel mitbekommen, ich lag mit einer Angina im Bett. Weihnachten ist hier vor allem ein grosses Fest, für das man viel Geld braucht. Deshalb wird während der Festtage auch sehr viel geklaut und alle wollen noch schnell etwas Geld verdienen. Man will sich neue Kleider leisten, den Nachbarkindern ein paar Francs geben, ein Bier trinken, essen und feiern... Ich habe das besonders in Form des monotonen Basses einer zu lauten Musikanlage in der Nachbarschaft mitbekommen.
Nun bin ich aber wieder gesund und morgen reise ich nach Benin, von wo aus ich dann in die Schweiz fliegen werde. Ich werde also eine Zeit lang keinen Handy-Empfang und kein Internet-Anschluss haben. So kann ich mich schön entspannen und an meiner Arbeit schreiben :)

Malheureusement je n'ai pas vu grand chose de noel ici, je l'ai passé au lit avec un angine. Noel est principalement une grande fête ici qui demande beaucoup d'argent. C'est pour ca que pendant les fêtes il y a beaucoup de voleurs et tout le monde veut gagner de l'argent. On veut s'acheter des nouveaux habilles, donner qqs Francs aux enfants du voisin, boire une bière, manger et fêter... J'ai senti ca surtout sous forme du bass monotone d'une chaine de musique trop haute au voisinage.
Maintenant je suis de bonne santé et demain je pars au Bénin, d'où je vais rentrer en suisse après. Je serais donc quelque temps sans reseau ni internet. Comme ca je peux bien relaxer et ecrire mon travail :)

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Von jetzt an sieht die Arbeit bei mir so aus:

à partir de maintenant mon travail c'est ca:



Nächste Woche fahre ich nach Benin für wohl verdiente Ferien... Wahrscheinlich ohne Handy-Empfang. Ich werde sicher ein paar Tage im Nationalpark Pendjari http://www.pendjari.net/ verbringen.

La semaine prochaine je vais au Benin pour des vacances bien merités... Probablement sans réseau. Je vais surement passer quelques jours au parc national Pendjari.

Montag, 17. Dezember 2007

kleine Neuigkeiten

Eine Erkältung hat mich 3 Tage im Bett gehalten, es war nicht so langweilig, ich war zu müde. Ich habe nun mit dem Schreiben der Arbeit angefangen. Im Büro ist es meist recht angenehm und immer was los. Heute ist eine Spitzmaus den ganzen Tag im Büro herumspatziert. Der Wächter hat sie dann totgeschlagen, mit einer riesen Machete und einem Spring-in-die-Luft-hau-neben-die-Maus-Tanz. Die Angst vor Mäusen geht anscheinend über kulturelle Grenzen hinaus...
Sonst ist nicht viel los hier. Ich bin nun alleine im Haus, ab und zu kommen Nachbarn vorbei, jemand von newTree oder ein Schüler, der mit mir etwas Englisch sprechen will. So habe ich z.B. Zeit das original Dschungelbuch zu lesen.

Un rhume m'as tenu 3 jours au lit, mais ce n'était pas ennuyant, j'étais trop fatigué. J'ai commencé à écrire le travail. Au bureau c'est normalement tres agréable et il y a toujours du monde. Aujourd'hui il y avait un museraigne qui se promenait dans tout le bureau. Le gardien l'a assommé, avec une grand machette et une danse saute-en-l'air-et-tape-a-cote-du-museraigne. La peur de souris dépasse les frontieres culturelles...
Sinon, il n'y a pas grand chose ici. Je suis seule à la maison maintenant, de temps en temps il y a un voisin qui passe, quelqun de newTree ou un élève qui veut me parler un peu en anglais. comme ca, j'ai beaucoup de temps, pour lire l'original de mowgli par exemple.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Das Plateau Central (Ouagadougou) ist etwas grüner als die Gegend von Djibo.

Heureka! liebe Paddler: Das ist der Massili, ein Fluss, der nicht austrocknet. Aufgenommen unter der Strasse nach Fada N'Gourma. In der Regenzeit kommt das Wasser bis an die Brücke. Leider ist das Wasser ziemlich verschmutzt von einer Färberei, die ihre Abwasser in den Fluss leitet.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Nachtrag 3: Djibo

Ich war etwas missmutig nach Djibo abgereist, Martin G hatte sich ziemlich gelangweilt dort.

Mir hat es aber gut gefallen. Djibo ist ziemlich ruhig, es hat nicht so viel Staub und Abgase und ist ein wenig kühler als in Ouaga. Ausserdem wurde ich rundum mit afrikanischer Gastfreundschaft verwöhnt, Essen, mehr als mir lieb war, Milch, Früchte, ... welchen Wunsch man auch ausspricht, Diallo hat immer einen Weg gefunden, ihn zu erfüllen, auch wenn ich schon längst nicht mehr daran dachte. z.b. frischen Salat mit Zwiebeln und Tomaten und (leider mag ich die nicht so) gebratener Leber. Oder Omelettes.

Langweilig wurde mir nicht, nach den Interviews am morgen war ich meist ziemlich müde und nach der Sieste und einer Dusche habe ich meistens die Daten in den PC eingegeben. Abends kam ab und zu Fatim, eine Nachbarin, zum plaudern vorbei. Und wenn ich dann noch nicht zu müde war, habe ich in der Originalversion vom Dschungelbuch gelesen.

Einmal sind wir nach den Interviews einen Zaun anschauen gegangen. Die Site steht mehr oder weniger in den Bas-fonds, so etwas wie ein Fluss.

Was vom Fluss übrig blieb, sind ein paar Tümpel die demnächst auch austrocknen, die heisseste Zeit steht erst noch bevor.

Im Hintergrund die bas-fonds

Dienstag, 4. Dezember 2007

Nachtrag 2: Interviews in Djibo

Im Norden sind die Leute ein wenig anders als in Ouaga. Noch etwas mehr im Rhythmus der Traditionen. Die Stadt ist klein, mehrstöckige Häuser gibt es nicht. Die Strassen haben mehr Löcher und Rinnen als etwas anderes und es hat auch sehr viel Sand. Fortbewegungsmittel Nummer 1 ist das Motorrad, nebst kleine Eselwagen.


Ausserhalb in den Dörfern, wie immer Kinder mit aufgeblasenen Bäuchen, schmutzig, etwas wie Taschentücher kennt man hier nicht. Die Leute sind aber sehr offen und gastfreundlich. Überall wird von irgendwo ein Stuhl oder Bank hergetragen, damit ich mich im Schatten setzen kann. Meistens bringt man etwas Wasser, ein Getränk, manchmal macht man Tee. Oft bekommt man auch Geschenke. Einmal einen Hahn (er stand 3 Tage im Garten herum, er war sehr lecker), einen Sack Erdnüsse, Wassermelone, einen Sack Bohnen, Guaven, Nelbi (die Früchte von Diospyros mespiliformis) oder Wüstendatteln (Balanites). Einmal serviert man uns mittags To mit einer Gemüsesosse. Der To wird hier aus petit miel gemacht, sieht etwa aus wie ein Brotteig aus Ruchmehl, schmeckt nach Getreide und ist leicht scharf gewürzt, ohne Salz. Die Sosse ist sehr schleimig, klebrig, grünlich, erinnert an irgendetwas ekliges wie Schneckenschleim. Das ganze lässt sich essen, ist sehr nahrhaft, aber es kostet ziemlich viel überwindung und nach ein paar Bissen habe ich genug. Am nächsten Tag bringt man mir eine Schüssel mit frischer Milch, noch (und nicht wieder) warm.



Mein Übersetzer und Diallo in einem "Speicher", im Hintergrund Heu, das auch wirklich so riecht, da es im Schatten gelagert wird und die Sonne nicht alle Nährstoffe zerstört. Die Löcher in der Wand dienen zur Belüftung, im Innern ist es angenehm kühl.

Interview einer Frau die auf dem Markt in Djibo Medizin verkauft. Die Frauen sind hier sehr viel beschäftigt und arbeiten sehr hart. Sie haben meistens nur wenig Zeit und rennen nach dem Interview gleich wieder los. Hausarbeit ist Frauensache, ebenso wie das Stampfen von Hirse und allem anderen, meistens arbeiten sie auch auf dem Feld und solange die Kinder nicht selbständig ihr Geschäft verrichten können kümmern sich die Männer nicht um sie. Sie können meistens kein Land besitzen, aber mieten und bewirtschaften. Da hier fast alle Muslime sind müssen sie auch für alles bei ihrem Mann um Erlaubnis bitten.

Nachtrag 1: Djibo

22. November 07.

Früh um 6 Uhr kommt mich Romuel abholen. Die erste Nacht in der ich mich zudecken musste, auch die Fahrt mit dem Motorrad ist ziemlich frisch. Der Bus nach Djibo ist noch nicht da, andere Busse werden ent- und beladen mit kartonverpackten Mofas, Kartonschachteln, Säcken, Gemüse, etc. Ich nehme mein Gepäck in den Bus, muss es aber doch unter dem Sitz verstauen. Pünktlich um halb Acht fährt der Bus ab.
Bis Kongoussi habe ich zwei Sitze, danach ist der Bus immer voll und einige müssen stehen. Von da an hat es leider auch nur noch Sandpiste. Manchmal schaukelt man im Schritttempo über die Löcher. Wir passieren eine „Bergkette“, links und rechts erheben sich vielleicht 100 oder 200 Meter hohe Berge. Die Vegetation wird etwas spärlicher. Die Bäume sind kleiner und weniger vital. Immer häufiger sieht man dafür grössere Kuh- und Schafherden. Immer wieder halten wir irgendwo im nirgendwo an und lassen jemanden aussteigen.

Um halb zwei bin ich in Djibo, ziemlich überrascht. Es ist wirklich sehr klein. Diallo kommt mich abholen und bringt mich gleich zum Essen, nachdem wir das Gepäck abgeladen haben. Es gibt Spaghetti mit zwei Stückchen Fleisch, das jedoch sehr gut und frischer schmeckt als die Spaghettis. In Ouaga hatte ich oft den Eindruck, dass das Fleisch etwas verdorben schmeckt. Danach schaue ich den Fragebogen kurz mit Diallo durch und erkläre ihm, warum ich einen anderen Übersetzer möchte. Er ruft gleich jemanden an, der auch sofort vorbei kommt. Morgen kann ich anfangen, Diallo wird uns anfangs sogar begleiten.
Abends holt er mich zum essen ab, es gibt Fisch. Auch dieser schmeckt sehr gut. Gewöhnungsbedürftig ist nur, dass die Ernährung immer etwas einseitig ist. Zum importierten Meerfisch in Tomatensosse gibt es Brot, so ist es auch mit der häufig gegessenen Suppe, die entweder Fleisch und Fisch beherbergt. Gemüse findet man hier sehr wenig, etwas roh essen wie Karrotten oder Salat ist den Menschen hier ziemlich fremd. Ausserdem wäre es wahrscheinlich hygienisch meistens nicht sinnvoll.
Ich bin froh, habe ich den Laptop dabei und kann wenigstens Musik hören. Hier ist es extrem ruhig, man sieht nicht viele Menschen auf der Strasse.


Das Haus hat einen kleinen Garten mit ein paar Pflanzen, die Fenster haben kein Glas. Im Schlafzimmer bleibt es aber angenehm kühl, da es auf der Nordseite des Hauses ist. Ich habe einen Kühlschrank, eine Küche ohne Töpfe, eine Toilette die funktioniert, eine Dusche, aus der ein wenig Wasser tropft, ohne Licht. Dafür ein richtiges Bett mit Matratze und Mückennetz. Und sehr viele Grillen gehören auch zum Inventar.

Montag, 3. Dezember 2007

Zurück aus dem Norden

Seit heute bin ich wieder zurück aus Djibo, im Lärm und Gestank von Ouagadougou.

Depuis aujourd'hui je suis de retour de Djibo, dans le bruit et la pollution de Ouagadougou.
Djibo ist sehr friedlich, es hat kaum Autos, dafür Kuhherden, Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner in der Stadt. Morgens wird man von den krähenden Hähnen geweckt, abends zirpen einen die Grillen in den Schlaf. Mir hat es sehr gefallen dort. Auch mit der Arbeit bin ich ziemlich zügig voran gekommen, ich konnte 10 Tage durcharbeiten. Das heisst, morgens Interviews, essen, Sieste, Daten eingeben, Feierabend.

Djibo est tres calme, il y a peu de voitures, mais des vaches, chevres, moutons, cochons, poules dans la ville. Le matin c'est le coq qui reveille, le soir il y a les citadelles pour s'endormir. Mais j'ai aimé labas. J'ai aussi bien avancé avec le travail, j'ai pu travailler 10 jours sans pause. Ca veut dire le matin interviews, manger, sieste, tapper les réponses à l'ordinateur, fin du travail.
Hier ein kleiner Beweis, dass es mich noch gibt:
Im Bus von Djibo nach Ouaga...
...mehr Bilder demnächst.