Dienstag, 4. Dezember 2007

Nachtrag 1: Djibo

22. November 07.

Früh um 6 Uhr kommt mich Romuel abholen. Die erste Nacht in der ich mich zudecken musste, auch die Fahrt mit dem Motorrad ist ziemlich frisch. Der Bus nach Djibo ist noch nicht da, andere Busse werden ent- und beladen mit kartonverpackten Mofas, Kartonschachteln, Säcken, Gemüse, etc. Ich nehme mein Gepäck in den Bus, muss es aber doch unter dem Sitz verstauen. Pünktlich um halb Acht fährt der Bus ab.
Bis Kongoussi habe ich zwei Sitze, danach ist der Bus immer voll und einige müssen stehen. Von da an hat es leider auch nur noch Sandpiste. Manchmal schaukelt man im Schritttempo über die Löcher. Wir passieren eine „Bergkette“, links und rechts erheben sich vielleicht 100 oder 200 Meter hohe Berge. Die Vegetation wird etwas spärlicher. Die Bäume sind kleiner und weniger vital. Immer häufiger sieht man dafür grössere Kuh- und Schafherden. Immer wieder halten wir irgendwo im nirgendwo an und lassen jemanden aussteigen.

Um halb zwei bin ich in Djibo, ziemlich überrascht. Es ist wirklich sehr klein. Diallo kommt mich abholen und bringt mich gleich zum Essen, nachdem wir das Gepäck abgeladen haben. Es gibt Spaghetti mit zwei Stückchen Fleisch, das jedoch sehr gut und frischer schmeckt als die Spaghettis. In Ouaga hatte ich oft den Eindruck, dass das Fleisch etwas verdorben schmeckt. Danach schaue ich den Fragebogen kurz mit Diallo durch und erkläre ihm, warum ich einen anderen Übersetzer möchte. Er ruft gleich jemanden an, der auch sofort vorbei kommt. Morgen kann ich anfangen, Diallo wird uns anfangs sogar begleiten.
Abends holt er mich zum essen ab, es gibt Fisch. Auch dieser schmeckt sehr gut. Gewöhnungsbedürftig ist nur, dass die Ernährung immer etwas einseitig ist. Zum importierten Meerfisch in Tomatensosse gibt es Brot, so ist es auch mit der häufig gegessenen Suppe, die entweder Fleisch und Fisch beherbergt. Gemüse findet man hier sehr wenig, etwas roh essen wie Karrotten oder Salat ist den Menschen hier ziemlich fremd. Ausserdem wäre es wahrscheinlich hygienisch meistens nicht sinnvoll.
Ich bin froh, habe ich den Laptop dabei und kann wenigstens Musik hören. Hier ist es extrem ruhig, man sieht nicht viele Menschen auf der Strasse.


Das Haus hat einen kleinen Garten mit ein paar Pflanzen, die Fenster haben kein Glas. Im Schlafzimmer bleibt es aber angenehm kühl, da es auf der Nordseite des Hauses ist. Ich habe einen Kühlschrank, eine Küche ohne Töpfe, eine Toilette die funktioniert, eine Dusche, aus der ein wenig Wasser tropft, ohne Licht. Dafür ein richtiges Bett mit Matratze und Mückennetz. Und sehr viele Grillen gehören auch zum Inventar.

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